Lymphdrainage: sanft, weil das System dicht unter der Haut liegt
Die manuelle Lymphdrainage arbeitet mit sehr leichtem Druck, weil die Lymphgefäße unmittelbar unter der Haut verlaufen, und sie ist ein Heilmittel, das auf ärztliche Verordnung erbracht und von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen wird.
Warum so leicht gearbeitet wird
Die oberflächlichen Lymphgefäße liegen direkt unter der Haut. Zu starker Druck presst sie zusammen, statt sie zu entleeren. Deshalb arbeitet die Technik mit kreisenden, pumpenden Bewegungen und einem Druck, der kaum als Massage empfunden wird. Wer nach einer Lymphdrainage Muskelkater hat, wurde falsch behandelt.
Begonnen wird zudem nicht am geschwollenen Bein, sondern am Hals und Rumpf, also dort, wo die Lymphe in den Blutkreislauf mündet. Erst wenn die Abflusswege frei sind, wird die Flüssigkeit aus der Peripherie nachgeschoben.
| Punkt | Regelung |
|---|---|
| Rechtsrahmen | Heilmittel-Richtlinie des G-BA |
| Zeiteinheiten | 30, 45 oder 60 Minuten |
| Zuzahlung ab 18 Jahren | 10 Prozent zuzüglich 10 Euro je Verordnung |
| Reihenfolge | erst Hals und Rumpf, dann die Peripherie |
| Nach der Behandlung | Kompression, sonst füllt sich das Gewebe wieder |
Wann sie verordnet wird
Typische Indikationen sind das Lymphödem nach Operationen oder Bestrahlung, das Lipödem, Schwellungen nach Verletzungen und Operationen sowie bestimmte venöse Erkrankungen. Der Gemeinsame Bundesausschuss regelt in der Heilmittel-Richtlinie, wann und in welchem Umfang verordnet werden kann.
Verordnet wird in Zeiteinheiten, üblich sind 30, 45 oder 60 Minuten je Behandlung. Versicherte ab 18 Jahren zahlen 10 Prozent der Kosten zuzüglich 10 Euro je Verordnung zu, sofern keine Befreiung vorliegt. Wichtig für das Ergebnis ist die Kompression danach: Ohne sie füllt sich das Gewebe wieder.
Wann nicht behandelt wird
Bei akuter Entzündung im Behandlungsgebiet, bei nicht behandelter Herzschwäche, bei akuter Thrombose und bei unklaren Schwellungen, deren Ursache nicht abgeklärt ist. Eine Schwellung, die neu auftritt und nur ein Bein betrifft, gehört zuerst untersucht.
Wellnessangebote, die Lymphdrainage im Namen führen, sind davon zu unterscheiden. Die medizinische Technik erbringen Fachkräfte mit Zusatzqualifikation, deren Grundausbildung im Masseur- und Physiotherapeutengesetz geregelt ist.
Häufige Fragen
Ist Lymphdrainage eine Massage?
Nein. Sie arbeitet mit sehr leichtem Druck, weil die Lymphgefäße direkt unter der Haut liegen. Zu starker Druck presst sie zusammen, statt sie zu entleeren.
Warum wird am Hals begonnen?
Weil die Lymphe dort in den Blutkreislauf mündet. Erst wenn die Abflusswege frei sind, lässt sich Flüssigkeit aus der Peripherie nachschieben.
Zahlt die Krankenkasse?
Bei ärztlicher Verordnung nach der Heilmittel-Richtlinie ja. Versicherte ab 18 Jahren zahlen 10 Prozent der Kosten zuzüglich 10 Euro je Verordnung zu.
Warum brauche ich danach Kompression?
Ohne sie füllt sich das Gewebe wieder. Die Kompression hält das Ergebnis der Behandlung.
Wann darf nicht behandelt werden?
Bei akuter Entzündung im Gebiet, unbehandelter Herzschwäche, akuter Thrombose und bei unklaren, neu aufgetretenen Schwellungen.
Quellen
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Heilmittel-Richtlinie · Verordnung von Lymphdrainage und Massage
- Masseur- und Physiotherapeutengesetz · Ausbildung und Berufsbezeichnung
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